FELIX KEUN

FELIX KEUN.    Poesie.Politik.Traum.    Poesie. Ich liebe die deutsche Sprache. Das Spiel mit ihr. Das Feilen an den Texten bis zur letzten Silbe. Inhalt und Form, Gedanke und Ausdruck. Aber trotzdem - keine Angst vor dem billigen Reim. Bloß nicht verkopft. Gefühl und Herz entscheiden. Über alles.   Politik. Politik ist wichtig. Vieles muss gesagt werden, auch wenn man es vielleicht gar nicht sagen kann. Man kann sich dem Politischen nicht entziehen. Nicht als verantwortliches Individuum in der Gesellschaft. Aber bitte keine Maulkörbe. Kunst darf alles. Nein, Kunst muss alles! Solange es Kunst ist. Das muss der Anspruch sein.    Traum. Am Ende ist doch alles nur ein Traum. Wörter sind niemals wörtlich zu nehmen. Nichts wird so heiß gemeint, wie es gesagt wird. Träume sind frei. Was ich singe – bitte nicht nachmachen. 

Keine Zeit für das Gutmenschsein

Neuer Release

Text

 

Diesen Song sollte es eigentlich nicht geben. Schnell geschrieben, lange nicht fertig gestellt. Immer wieder verworfen. Kann man das sagen? Geht das? Immer wieder neu zertextet. Bis es am Ende nur noch ein Wort war, das störte. Ein fauler Kompromiss. Verrat an der Idee. Dann mit letzter Kraftanstrengung das letzte Geschwür herausgeschnitten. Heilung, Erschöpfung, Glück. Am Ende war alles genauso, wie von Anfang an geplant. Umwege, die man sich hätte sparen können. Die aber vielleicht auch wichtig waren. Wer weiß. Man hat es selbst am Wenigsten in der Hand.

 

Musik:

 

Die Musik war sofort da. Diese eingängige Melodie, die schmeichelnden Akkorde. Aber wie produzieren? 

 

Angefangen hat alles mit den Drums. Keine vorproduzierten Samples oder Drum Kits sollten es sein, sondern originale Schreckensgeräusche des Zweiten Weltkrieges. Hieraus wurde in akribischer Kleinarbeit ein eigenes Drum Kit gebaut. Die Detonation einer Bombe wurden zu Base Drum und Toms, Flaks zur Snare, Maschinengewehrfeuer zu Percussion, Stukas und V2s zu Soundeffekten. 

 

Die größte Challenge war das Sampeln eine Rede von Adolf Hitler. Dies war noch vor den Zeiten von KI. Nichts funktionierte. Erst bliebt ein Satz, dann ein Wort, dann nur noch ein Zischlaut übrig. Dieses „tss“ wurde im Song zum wiederkehrenden Percussionelement. Dies gefiel mir besonders gut: Adolf Hitler reduziert auf ein banales Zischen. Erkennbar für niemanden (außer mir und jetzt euch). 

 

Dann der Bass, mein schöner Japan Squire von 1980. Wie bin ich an der Basslinie gescheitert. Bis ich am Ende nur noch einen einzigen Ton sampelte und die Basslinie programmierte. Perfekt.

 

Und dann die Gitarre. So treu meine Telecaster auch live ist, so langweilig klingt sie bei der Aufnahme. Am Ende war es meine alte Hertiecaster aus dem Jahre 1969, die hier den entscheidenden Sound beitrug. Ein Klirren und Klingen. 100% Persönlichkeit und wiedererkennbar im Mix. 

 

Dann wurde alles aufgemotzt mit Streichern, Chor etc. Hier habe ich bewusst auf die digitalen Sounds meiner Recording Software zurückgegriffen. Warum etwas verbessern, was perfekt ist?